Unter Videotelefonie wird ein Telefongespräch mit Videoübertragung verstanden. Es ist eine visuelle Kommunikationsform. In der Vergangenheit war Videotelefonie durch schlechte Bildqualität und unausgereifte Technik weniger erfolgreich. Gegenwärtig unterstützen Videokonferenzsysteme aber einige Telefonie-Protokolle und können damit Sprach- und Videodaten integrieren. Das heißt, dass jeder Teilnehmer der Videotelefonie den anderen Teilnehmer am anderen Ende z.B. auf dem Display sehen kann. Sowohl die Umgebung als auch der gegenwärtig aktuelle Zustand des Gesprächspartners werden in Echtzeit übertragen und sichtbar.

Wie funktioniert Videotelefonie? Video over IP
An jeden IP- Anschluss kann ein Videotelefonnetz angeschlossen werden. Dabei versteht man unter IP-Aschluss bzw. IP-Telefonie oder auch VoIP genannt, das Telefonieren über Computernetzwerke, die wie der Internet-Standard aufgebaut sind. Das heißt, das Sprache und bestimmte Steuerinformationen des Verbindungsaufbaus über dieses Netz übertragen werden können. Die Sprache wird in Datenpaketen digitalisiert und anschließend übertragen.

Die Videotelefonie ermöglicht es, mit dem Zusammenschluss von Videosystem und IP-Anschluss zu arbeiten und dabei verwendet die Video over IP- Technologie dieselbe, oft schon vorhandene, Infrastruktur und auch die gleichen Funktionen wie die IP-Telefonie. Es wird ein einheitlich aufgebautes Netz betrieben und genutzt. Darüber können die Kosten merklich gesenkt werden. Beispielhaft ist die Verbindung von TANDBERG MXP-Videokonferenzsystemen mit jedem IP-Anschluss mit Hilfe der Software CallManager 4.1 von Cisco.
Nach der Verbindung werden die Videokonferenzanrufe wie normale Telefonanrufe durchgeführt. Auch bei der IP-Telefonie mit Videosystem ist der Ablauf klassisch nach Verbindungsaufbau, Gesprächsübertragung und Verbindungsabbau eingeteilt. Der Call Manager von Ciscos Systems unterstützt verschiedene Protokolle wie das SCCP, das Signalling Connection Control Protokoll. Es dient zum Datenaustausch nach ITU-T und H.323 und ist mit diversen Videosystemen unterschiedlichster Hersteller kompatibel. Auch die angeschlossenen Videoendpunkte müssen das SCCP- Protokoll ausführen, damit eine gute Qualität erreicht werden kann. SCCP ist das einzige Protokoll, dass eine Übereinstimmung von Sprache und Video-over IP ermöglicht.
Zusätzliche Benutzerfunktionen können z.B. die Weitergabe von Videokonferenzanrufen zum Telefon und vom Telefon zu anderen Videogeräten und Gruppensystemen sein, die Weiterleitung zu anderen Nummern, bei Besetztzeichen, das Halten von Videokonferenzanrufen und eine ad-hoc Videokonferenze per Knopfdruck mit mehreren Nutzern sein und ein vollständiger Zugang zum Telefonverzeichnis ist möglich. Videotelefonie ermöglicht den Austausch von Live Videodaten auch aus Chats, wenn neben Video over IP auch gleichzeitig Voice over IP zum Einsatz kommen.
Allerdings ist ein schneller Netzzugang wegen des hohen Datentransfers notwendig.
In Studien wurde belegt, dass nicht nur der zeitliche Vorteil der Videotelefonie, sondern auch das Eye-2-Eye- Moment die Kommunikation leichter verständlich machen und sich Videokonferenzsysteme zur Diskussion sehr eigenen. Sprachliche und kulturelle Barrieren können leichter überwunden werden.
Diese visuelle Kommunikationsfomr ist aber nur erfolgreich, wenn eine Mindest-Bildschirmgröße und geringe zeitliche Verzögerung bei der Bildübertragung vorliegen.

Videotelefonie mit Handy
Auch mit dem Handy ist Videotelefonie möglich. Dank UMTS (Universal Mobile Telecommunications System) , sind alle erweiterten multimedialen Dienste möglich. Dazu gehören Audio- und Videotelefonie,
Nachrichtendienste (Unified Messaging, Video-Sprach-Mail, Chat), Informationsverteilung, persönliche Navigation und Fahrerunterstützung oder Prozessmanagement und auch Bankdienste, E-Commerce, Überwachung und Beratung. Videotelefonie funktioniert wenn sowohl ein UMTS-Netz als auch ein UMTS-Handy vorhanden sind. Man kann darüber Ton-und Bilddaten übertragen. Die Signale werden in Mischeinrichtungen für die Endgeräte aufbereitet (manuell oder automatisch). Die Anlagen verwenden Kamera und Mikrofon als Eingabegeräte sowie Bildschirm und Lautsprecher als Ausgabegeräte. In der Praxis hat sich Video-Telefonie z.B. mit dem Samsung Z105 Handy al zuverlässig erwiesen. Nachteilig ist nur, dass die Gesprächspartner sich unabsichtlich ins Wort fallen weil die gegenwärtigen UMTS-Handys die Daten bei Videotelefonie nur mit maximal 64 KBit/s verschicken. Die Synchronisation von Ton und Bild klappt noch nicht sehr gut.